Martin Schulz will nach Berlin


Martin Schulz will Brüssel und das Europaparlament verlassen und in die Bundespolitik nach Berlin in den Reichstag wechseln. Das bestätigte der SPD-Politiker der ARD. Offen ist, welche Rolle er in Berlin übernehmen wird. In Sprache sind der Außenministerposten als Nachfolger von Frank-Walter Steinmeier oder die Kanzlerkandidatur in für die SPD.


 

Martin Schulz strebt den Wechsel in die Bundespolitik an. Der SPD-Europapolitiker bestätigte dem ARD, er werde sich nicht um eine weitere Amtszeit als Präsident des Europäischen Parlaments bewerben. Ganz freiwillig kann der Wechsel nicht sein, denn er musste bereits für seinem Amtsantritt dem konservativen Block im Europaparlament zugestehen, dass er nach den nun erreichten zwei Jahren das Amt des Europaparlamentspräsidenten räumen werde.

Zuvor hatte bereits die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, Schulz solle nach Angaben aus Parteikreisen bei der Bundestagswahl auf Platz eins der nordrhein-westfälischen SPD-Landesliste antreten. Diese Entscheidung sei am Mittwochabend in Kreisen der Landespartei bereits verbreitet worden. Weiterhin offen sei aber die Rolle, die Schulz für die SPD in der Bundespolitik übernehmen könnte.

Der Rheinländer gilt in der SPD bei der Suche nach einem Kanzlerkandidaten als mögliche Alternative zum Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel. Schulz ist auch als Nachfolger für Außenminister Steinmeier im Gespräch, den die Große Koalition als gemeinsamen Kandidaten für die Wahl zum Bundespräsidenten im Februar 2017 aufstellte.

Die SPD wollte sich durch die erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel nicht unter Druck setzen lassen und erst Ende Januar entscheiden, wen sie gegen Merkel ins Rennen schickt. Diese Frage solle – wie schon geplant – auf einer Vorstandsklausur geklärt werden, beschloss die Spitze der SPD Anfang der Woche einstimmig. Auch die Festlegung auf einen Nachfolger für Steinmeier im Auswärtigen Amt ist für die zweite Januarhälfte geplant. Fraglich ist, ob eine mögliche Vorentscheidung nicht schon vorher durchsickert.