Klimagipfel in Marrakesch


Die Klimakonferenz in Marrakesch ist zu Ende gegangen. 45 Staaten haben angekündigt, dass sie aus Kohle, Öl und Gas völlig aussteigen wollen. Hinsichtlich der Vereinigten Staaten bleiben Fragen offen.

Im offiziellen Part der Klimakonferenz können ohnehin keine weitreichenden Beschlüsse erwartet werden. Doch die Dinge drumherum sind nicht zu vernachlässigen: 45 Staaten haben angekündigt, dass sie aus Kohle, Öl und Gas völlig aussteigen wollen und das bis zur Mitte des Jahrhunderts. Ob der der Wille auch stark genug ist, bleibt abzuwarten und ist zumindest zweifelhaft.

Die Erklärung sei besonders wichtig, sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Es handelt sich um die Länder, die besonders verletzlich sind und die eigentlich noch gar nicht Industrieländer sind.“ Und Hendricks richtet an diese Länder einen Rat: „Steigt erst gar nicht in die Kohlezeit ein. Ihr habt alle Entwicklungsmöglichkeiten, wenn ihr die Kohle erst gar nicht groß werden lasst.“ Dies klingt aus dem Mund einer Ministerin eines führenden Industriestaates, welches stak von der Kohle Energie abhängig ist, natürlich sehr dreist.

Ausstieg als „starkes Signal“

Die Umweltverbände sind euphorischer und schätzen die Wirkung der Klimakonferenz auch höher ein. Die 45 Staaten würden im Verhältnis etwa so viel CO2 aus wie Russland, sagt Martin Kaiser von Greenpeace. Ihr Wille zum Ausstieg werde „ein starkes Signal an andere Staaten geben, diesen Weg mitzugehen“.

Zu den Staaten gehören neben vielen kleineren auch die Philippinen, Bangladesh oder Pakistan. Es ist eine politisch vielfach gelobte Ankündigung, allerdings mit einem sehr vagen Zeitplan.

Aus Sicht von Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth zählt auch Deutschland zu der Gruppe derer, die Abschied nehmen von Kohle, Gas und Öl: „Wir haben uns bereits darauf festgelegt, bis 2050 auf fossile Energien zu verzichten. Das steht auch in unserem Klimaschutzplan.“