Pressespiegel zu den Panama Papers


Die Enthüllungen der Panama Papers stoßen in den Medien auf ein großes und gleichzeitig ein Widerhall. Werden die Enthüllungen langfristig etwas in Bewegung setzten? Hier die Trends in den Medien:


  • „Über Offshore-Firmen werden offenbar sogar Krieg und Terror finanziert. Diese Geschäfte dürfen nicht länger verborgen bleiben“, echauffiert sich Wolfgang Krach in der „Süddeutschen Zeitung“. Das Betreiben einer Briefkastenfirma aus Geheimhaltungsgründen sei zwar legal, aber nur solange wie das Vermögen rechtlich korrekt versteuert werde. In vielen Fällen diene es allerdings lediglich dazu, kriminelles Tätigkeiten bedeckt zu halten. Das Spektrum des Skandals zeige deutlich, wie enorm das Problem sei und wie dringend die Weltgemeinschaft dagegen vorgehen müsse.


  • „Ob das Ergebnis letztendlich […] so viel hergibt, wie im Augenblick suggeriert, das muss sich erst noch zeigen“, äußert sich Christian Gottschalk in der „Stuttgarter Zeitung“. Das „Marketing-Geschrei“ in den Medien und der Presse sei im Verlauf der vermeintlichen Enthüllungen gewaltig und die vorangegangene Arbeit sicherlich aller Ehren wert. Allerdings sei es nun wahrlich keine neue oder verwunderliche Erkenntnis, dass sehr vermögende Menschen nicht wirklich im Sinne der Allgemeinheit handeln würden. Das Gründen von Firmen sei an und für sich auch nicht illegal. Ob hier nun auch Gesetze verletzt gebrochen wurden, müsse also erst noch bewiesen werden.


  • „Macht dem Steuerbetrug endlich ein Ende!“, verlangt Daniel Baumann in der „Frankfurter Rundschau“. Der die Enthüllung an sich sei keine Neuigkeit: Die Existenz von Steueroasen überrasche daher nicht wirklich jemanden. Es gebe aber auch schon seit langer Zeit Argumente gegen den Steuerbetrug. Das vorenthaltene Geld fehle den Staaten an allen Enden, zerstöre dadurch die Gesellschaften und verschaffe den Firmen unlautere Wettbewerbsvorteile. Nun müsse endlich entschieden gegen Steuerbetrug vorgegangen werden.


  • „Die Branche der Briefkastenfirmen-Anbieter hat keine Hemmungen und verharmlost sich allzu gern“, stellt Julia Stein in ihrem Kommentar in der „Tagesschau“ fest. Die Welt der Offshorekonten sei eine unheimliche Welt, weil der normale Bürger nicht einsehen könne, was dort passiere und welche Personen wie viel Geld wo verstecken würden. Nicht jede Briefkastenfirma sei illegal, aber jedes illegale Geschäft ließe sich durch sie gut verschleiern. Durch die Enthüllungen werde nun der Druck auf die Weltgemeinschaft erhöht, deutlich und vehement gegen den organisierten Steuerbetrug vorzugehen.


  • „Die Geschäftspraktiken sind moralisch zweifelhaft, per se illegal sind sie aber nicht“, gibt David Böcking auf SPIEGEL ONLINE wieder. Auch wenn es bereits mehrere Enthüllungen zu diesen Geschäften gab, würden die Panama Papers aufgrund der Prominenz der Betroffenen sicherlich höhere Wellen schlagen als bisher. Ob internationale Forderungen nach mehr Transparenz ein Ergebnis liefern würden, dürfe allerdings zurecht bezweifelt werden. Briefkastenfirmen-Anbieter fürchten dazu zu wenig die Gesetze; zu fließend seien in Ländern wie Panama die Grenzen zwischen der Politik und Kanzleien wie „Mossack Fonseca“.