Pressespiegel: Übergriffe in Köln. Das schreiben die Medien:


Ist es nötig, die Herkunft der Täter der Übergriffe in Köln zu nennen? Brauchen wir jetzt verschärfte Sicherheitsvorkehrungen? Und geschieht sowas nur durch Migranten? Hier sehen Sie den Meinungstrend in den Medien.


 

  • „Die Häme und die Gemeinheiten, die in den unsozialen Netzwerken nun über Flüchtlinge insgesamt ausgeschüttet wird, ist ekelhaft“,schreibt Heribert Prantl für die „Süddeutsche Zeitung“. Wenn Migranten sich im Gastland kriminell verhielten, seien die rechtlichen Folgen definiert – Abschiebung und ein „robustes Nein“. Diese klare Antwort stehe schon im Gesetz. Eine Katastrophe seien die Übergriffe vor allem deshalb, weil Integration nun noch schwerer werde.


  • „Keine Frage: Männer, die sich an Frauen vergreifen, dürfen nicht straflos davonkommen – egal, wie betrunken sie sind, aus welchem Land sie kommen oder welcher Religion sie angehören“, ist die Meinung von Stefan Kuzmany auf „Spiegel Online“. Die Wut sei verständlich und die Täter müssten gefunden und bestraft werden. Wenn das nicht möglich ist, müsse die Polizei dafür sorgen, dass sich solche Vorfälle in der Zukunft nicht wiederholen. Dies sei die richtige Reaktion auf die Übergriffe, keinesfalls die pauschale Verurteilung von Flüchtlingen.


  • „Nach den Übergriffen in der Neujahrsnacht überschlägt sich die deutsche Politik beim Feststellen von Selbstverständlichem. Die Lebenswirklichkeit deutscher Städte sieht leider oft anders aus“, kommentiert Berthold Kohler für die „Frankfurter Allgemeine“. In vielen Städten sei die Staatsmacht nicht mehr willens oder in der Lage, sich in den Milieus von Banden und Clans durchzusetzen. Nach den Vorfällen in Köln könne die deutsche Politik, Justiz und Polizei aber nicht mehr wegsehen – auch nicht über die Herkunft der mutmaßlichen Täter.


  • „Längst vorbei sind auch die Zeiten, in denen es zu den journalistischen Standards gehörte, die Nationalität oder Herkunft von mutmaßlichen Straftätern nicht zu nennen“, stellt Daniel Bax von „taz.de“ fest. Der Pressekodex schreibe vor, die Nennung der Nationalität sei nur dann erwähnenswert, wenn es einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Tat gebe. Gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen seien aber auch in der deutschen, nicht-muslimischen Mehrheitskultur ein Problem. Den Vorfall jetzt als Menetekel zur Zukunft der Republik zu erklären, sei maßlos.


  • „Für solche Taten darf es keinerlei Toleranz geben“, fordert Eva Quadbeck für „RP Online“. Die Täter und ihre kulturelle Herkunft müssten genau identifiziert und offen analysiert werden. Es sei Aufgabe des Staates, die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger zu gewähren und nicht, so wie die Kölner Oberbürgermeisterin, zur Selbstverteidigung aufzurufen. Es gehe nicht darum, Flüchtlinge und Zuwanderer unter Generalverdacht zu stellen, sondern darum, unsere Werte mit mehr Autorität als bisher zu verteidigen.


  • „Wir wollen, dass die Hirngespinste überängstlicher Fremdenfeinde nicht das Klima bestimmen“, stellt Maritta Tkalec für die „Berliner Zeitung“ klar. Auch deshalb müssten sich alle für den Schutz von Recht und Ordnung Zuständigen mehr einfallen lassen, um real heranziehende Übel wie Sexualterror eindämmen zu können. Gegen archaische Dogmen über Geschlechterbeziehungen würden keine Integrationskurse helfen, sondern nur viele positive Erfahrungen in einer offenen Gesellschaft. Mit hartem Vorgehen gegen die Täter von Köln fange die Gegenwehr erst an.