Pressespiegel: Til Schweigers Action-Tatort


Gutes Actionkino oder belangloser Ballerfilm à la Hollywood-Trash? So sehen die Kritiken für den Tatort mit Til Schweiger in den Medien aus:


„Klar getrennt sind die Mächte der Finsternis und des Lichts wie sonst nur in Hollywood“,schreibt Arno Frank für „Spiegel Online“. Die Handlung sei zwar simpel gestrickt und Schweiger gebe in gewohnter Manier das männliche Alpha-Tier, welches sich stoisch und heroisch durch den Film schießt. Dennoch gebe es laut Frank Tatorte, „die sich weniger trauen und damit mehr langweilen“ und sieht damit in Schweigers Tatortumsetzung einen guten Actionkrimi und Til Schweiger als einen überzeugenden Tatortkommissar.


 

„Der Riesen-Bohei, den der Norddeutsche Rundfunk um die ‚Tatort‘-Doppelfolge mit Til Schweiger gemacht hat, entpuppte sich als Wichtigtuerei“, kritisiert Mark-Christian von Busse in der „HNA“. Realitätsfern, hölzern und voller Klischees sei dieser Tatort gewesen, und dennoch: „Als Actionthriller eines Darstellers, der zu heftig von Hollywood träumt, funktionierte ‚Fegefeuer‘ aber gut.“ Das Finale sei spannend, die Geiselnahme ungewöhnlich und die darstellerische Leistung des Krisenstabs sehr gut gewesen. Dennoch bleibe der Beigeschmack von Schweigers immenser Selbstbesessenheit, die laut von Busse vor allem eins ist: „peinlich“.  Fazit sei, dass Til Schweiger nicht zum Tatort passe.


„Mit Teil vier tritt die Tschiller-Astan-Saga, als welche der „Tatort“ mit Til Schweiger von Beginn an angelegt war, in das Stadium hollywoodesker Übertreibung ein“, kommentiert Michael Hanfeld den Tatort in der „Frankfurter Allgemeinen“. Die Verschwörung, die dem Zuschauer hier aufgetischt werde, sei stellenweise zu groß konzipiert, um den Überblick zu wahren. Während die „irre Odyssee“ von Nick Tschiller und Firat Astan überdreht daher komme, zeige die Geiselnahme angesichts der Geschehnisse in Paris dagegen, dass die „Sache mit der gewollten Anbindung an die Realität“ seitens der Tatort-Verantwortlichen auch schnell nach hinten los gehen könne.


„Genau darum geht es doch im Hamburger ‚Tatort‘: Um einen stahlharten Til Schweiger, den einsamen Cowboy, den Rächer der Unterdrückten, der wild um sich schießend auf alle LKA-Regeln und Polizei-Etiketten pfeift“, fasst Nadine Gewehr in der„Berliner Morgenpost“ die Bilanz des schweigerschen Tatorts zusammen. Insgesamt sei ein überladener und realitätsferner Actionkrimi à la Hollywoodmist entstanden, für den der Zuschauer einige Kompromisse eingehen musste, um sich unterhalten zu fühlen. Es sei mit Blick auf die bisherigen Schweiger-Tatorte aber nur logisch, dass die nächste Ausgabe als Kino-Version geplant sei.
„One-Man-Show mit sinnentleerter Action und logikfreier Story“, ist das Urteil von Lars Schmidt auf „T-Online“. Der Tatort aus Hamburg spiegele alle bereits bekannten Facetten des Actionkinos wider und hangele sich von einem Logik-Loch zum nächsten. Til Schweiger spiele in gewohnter Art den kompromisslosen Rächer, der sich „durch die Story prügeln und schießen“ dürfe und am Ende eine völlig unglaubwürdige Wandlung zum gesetzestreuen Polizisten hinlege. Für gute Dialoge oder ein interessantes Drehbuch wäre in dieser überzogenen Geschichte leider kein Platz.