Pressespiegel: Das schreibt die Presse über das Flüchtlingsdrama am Eurotunnel


Das Vereinigte Königreich und Frankreich beschuldigen sich gegenseitig im Fall des Flüchtlingsdramas am Eurotunnel, ihrer Verantwortung nicht nachzukommen. Ist Calais gar ein ein Spiegel für die mangelnde Solidarität innerhalb der EU? Das schreibt die Presse:


 

  • „In Europa wird viel von Menschenwürde gesprochen und Asyl nur unter Lebensgefahr gewährt“, bringt es Rudolf Balmer von „taz.de“ auf den Punkt. Die Situation in Calais sei ein Symbol der „völlig perversen Flüchtlingspolitik“; zwar würden alle europäischen Länder ein Asylrecht garantieren, dennoch müssten Flüchtlinge für einen Asylantrag ihr Leben aufs Spiel setzen. Frankreich wie Großbritannien hätten einen zynischen Höhepunkt mit ihrer aktuellen Asylpolitik erreicht.


  • „Jeder sucht die Verantwortung bei seinem Nachbarn“,schreibt Matthieu Verrier auf „La Voix du Nord“. Doch egal wie groß man die Hindernisse für die Flüchtlinge auch gestalten möge, diese würden die Hoffnung der Flüchtlinge auf ein besseres Leben in Großbritannien nicht mindern. Ein erfolgreiches Handeln könne könne nur aus gemeinsamer Verantwortung bestehen.


  • „Die französische Regierung kann nicht damit weitermachen, sich vor ihrer Verantwortung zu drücken und die Probleme an Großbritannien weiterzugeben“, schreibt die Redaktion des „Telegraph“. Die Grenzen Frankreichs zu schützen sei allein die Aufgabe Frankreichs führt der Telegraph fort [vergisst aber zu erwähnen, dass es genau so die Aufgabe der Briten sei, ihre Grenze zu bewachen]. Des weiteren beschuldigt der Telegraph, die Franzosen, sich für die einfache Lösung entschieden zu haben, die Flüchtlinge auf ihrem über die Grenze ziehen zu lassen [wie es auch andere europäische Länder tun]. Ein solch nationaler Egoismus sei inakzeptabel.


  • „Dies ist weder ein rein britisches noch ein rein französisches Problem“,erkennt die Redaktion vom britischen „Guardian“. Es sei eine gemeinsame Aufgabe, deshalb müsse es gemeinsam angepackt werden, so menschlich wie möglich; schließlich gehe es auch um menschliche Schicksale. Großbritannien müsse eine stärke Partnerschaft zu Europa pflegen.


  • Zwar gebe es keine leichte Lösung, aber weiterhin mit der Verantwortung zu spielen sei das Schlimmste, erklärt Florence Couret für „La Croix“. Es sollten konstruktive Reaktionen von dem französischen Innenminister und dem britischen Premierminister kommen. Während sich die beiden mächtigen Staaten um ihre Verantwortung drücken, würden die Flüchtlinge immer wieder ihr Leben riskieren.


  • „Wir können nicht jedem eine Heimat geben“, versucht Charlotte Knobloch in einem Gastkommentar für „bild.de“ zum Thema Asylpolitik Europa von ihrer Verantwortung frei zu sprechen. Denn auch uns würde das Geld dazu fehlen, jeden aufzunehmen, wiederholt sie die übliche populistische Phrase. Es sei daher falsch, dass „Gesinnungswächter“ diejenigen Politiker „verunglimpfen“, die sich in einer nach ihrer Meinung realistischen Weise dem Problem annehmen würden. Am wichtigsten sei es, den Menschen zu helfen, die aus größter Not kämen [ohne anzumerken, dass Menschen, die ihr Leben riskieren bereits aus größter Not handeln].



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