Gesetz in Frankreich: Verwertbare Lebensmittel dürfen nicht auf den Müll


In Supermärkten bleiben viele Lebensmittel unverkauft und werden daher in den meisten Fällen weggeworfen. In Frankreich wird deshalb die Pflicht eingeführt, verwertbare Lebensmittel zu spenden oder weiterzuverarbeiten.

Diese Regelung wurde in der Nationalversammlung in Paris einstimmig verabschiedet.

Nun dürfen französische Supermärkten unverkaufte Lebensmittel nicht einfach wegwerfen. Künftig müssen diese gespendet, kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Große Märkte sollen für diesen Zweck mit karitativen Organisationen zusammenarbeiten.

Auf diese weise wollen Regierung und Parlament die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen und die jährlichen Lebensmittelabfälle im Gesamtwert von bis zu 20 Milliarden Euro (30 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf) bis zum Jahr 2025 um 50 Prozent reduzieren.

Während Umweltorganisationen diesen Schritt begrüßen und als Vorbild sehen, wird laut einer Sprecherin des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft (Christian Schmidt, CSU) eine vergleichbare Maßnahme in Deutschland nicht angesteuert. In Deutschland würden bereits zahlreiche Supermarktketten unverkaufte und noch genießbare Lebensmittel auf freiwilliger Basis an Tafeln spenden.

Die Sprecherin betonte, dass zu der Verringerung von Lebensmittelabfällen die Bundesregierung keine gesetzliche Basis schaffen will, sondern unter anderem auf die Aufklärungsaktionen, Beratung sowie die Sensibilisierung der Verbraucher setzt.

Laut einer Studie für das Ernährungsministerium landen in Deutschland jährlich etwa 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall (81,6 Kilogramm pro Kopf). Davon stammen 4,3 Millionen Tonnen von der Lebensmittelindustrie, Handel und der Gastronomie. Demnach wird in Deutschland um ein vielfaches verschwenderischer mir Lebensmitteln umgegangen als in Frankreich bereits vor dem Gesetz zur Weiternutzung von unverkauften Lebensmitteln. Dieser Vergleich sollte zumindest eine Debatte über ein ähnliches Gesetz in der Bundesrepublik anregen.


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